Verpackungszertifizierung

BOPP / PET / PE / CPP 4 gängige Folien im Vergleich: So wählen Sie richtig – Gegenüberstellung nach 3 Dimensionen (Transparenz, Steifigkeit, Siegeltemperatur) + 6 typische Fehlanwendungen

📅 2026-09-11 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

Letztes Jahr hatte ein Kunde Soßenbeutel, deren Beutelöffnung sich nicht versiegeln ließ. Die Temperatur wurde von 130°C auf 160°C erhöht, die Siegelfestigkeit blieb jedoch unzureichend. Die Ursache: Er hatte BOPP-Folie als Innenschicht verwendet – die Siegeltemperatur von BOPP liegt über 130°C, und es ist eine coextrudierte PE- oder EVA-Schicht erforderlich, um sie heißsiegeln zu können. Einschichtige BOPP lässt sich nicht heißversiegeln.

Bei der Position „Folie" liegt der Grund für Fehlentscheidungen der Kunden selten im Material selbst, sondern im fehlenden Verständnis der „Grenzen" jeder Folienart. Im Laufe dieses Jahres sind uns bei Kunden Fehlanwendungen bei den 4 am häufigsten eingesetzten Folienarten begegnet, die sich in 6 Kategorien einteilen lassen – jede Kategorie hat ihren realen Preis.

Die tatsächlichen Grenzen der 4 Folienarten

Zunächst eine Grundvoraussetzung:Es gibt nicht „die beste Folie", sondern nur „die für den jeweiligen Anwendungsfall geeignete Folie". Die Bewertung erfolgt anhand von 3 Dimensionen: Transparenz, Steifigkeit und Siegeltemperatur (entsprechend dem nachgelagerten Verfahren).

BOPP (biaxial verstrecktes Polypropylen)

Transparenz ★★★★★ Steifigkeit ★★★★ Siegeltemperatur Kein eigenständiges Heißsiegeln möglich

BOPP ist ein „Außenschichtmaterial" und wird nicht direkt heißgesiegelt. Für eine Siegelfähigkeit muss eine PE- oder CPP-Schicht kaschiert werden. BOPP hat eine hohe Zugfestigkeit und eignet sich als Außenschicht für Lebensmittelbeutel, Geschenkbeutel und als Trägermaterial für Etiketten. Häufiger Fehler: Kunden verwenden es als Innenschicht für einen Siegelbeutel – die Beutelöffnung lässt sich dann nicht versiegeln.

PET (Polyesterfolie)

Transparenz ★★★★★ Steifigkeit ★★★★★ Siegeltemperatur Kein eigenständiges Heißsiegeln möglich

PET ist noch transparenter als BOPP und weist eine höhere Steifigkeit (Härtegrad) auf. Es eignet sich für die Kaschierung von Geschenkboxen, transparente Sichtfenster und hochwertige Kosmetik-Außenverpackungen. Auch PET kann nicht eigenständig heißgesiegelt werden und muss kaschiert werden. Häufiger Fehler: Ein Kunde wollte einen Standbodenbeutel und wählte reines PET als Außenschicht – PET lässt sich jedoch nicht mit PET versiegeln; die Siegelschicht muss PE oder CPP sein.

PE (Polyethylenfolie)

Transparenz ★★★ Steifigkeit ★ Siegeltemperatur 120-160°C heißsiegelbar

PE ist die „weichste" Folie und bietet die beste Siegelfähigkeit. Die Transparenz ist jedoch geringer als bei BOPP/PET, die Steifigkeit ist niedrig, ein steifer Außenschicht-Effekt lässt sich nicht erzielen – PE wird hauptsächlich als innere Siegelschicht eingesetzt. Häufiger Fehler: Ein Kunde wollte einen transparenten Geschenk-Außenbeutel und wählte PE als Außenschicht; der Beutel wurde schlaff und ohne „Geschenkcharakter".

CPP (gegossenes Polypropylen)

Transparenz ★★★★ Steifigkeit ★★★ Siegeltemperatur 130-160°C heißsiegelbar

CPP bietet gute Transparenz, ist heißsiegelbar, hitzebeständig (häufig bei Retortenbeuteln) und ist das „Hauptmaterial für Innenschichten bei hitzebeständigen Anwendungen". Häufiger Fehler: Ein Kunde verpackte Tiefkühlkost (-18°C) und verwendete CPP als Innenschicht. CPP wird bei niedrigen Temperaturen spröde und reißt; bei Tiefkühlkost sollte die Innenschicht aus PE oder einer Coextrusionsfolie bestehen.

Vergleichstabelle der 3 Dimensionen

DimensionBOPPPETPECPP
Transparenz★★★★★★★★★★★★★★★★★
Steifigkeit★★★★★★★★★★★★
SiegeltemperaturKein eigenständiges HeißsiegelnKein eigenständiges Heißsiegeln120-160°C130-160°C
Temperaturbeständigkeit max.120°C150°C100°C140°C
Typische Dicke15-30 μm12-25 μm30-80 μm25-60 μm
Typischer EinsatzAußenschicht/EtikettAußenschicht/KaschierungInnenschicht SiegelungRetorte/mittlere bis hohe Temperaturen

Bei dieser Tabelle sind 3 wesentliche Fakten zu beachten:

  1. BOPP/PET können nicht eigenständig heißgesiegelt werden – eine Siegelschicht muss kaschiert werden
  2. PE eignet sich nicht als steife Außenschicht – ein schlaffer Beutel ist ein Strukturproblem, kein Verarbeitungsproblem
  3. CPP ist nicht kältebeständig – bei Tiefkühlanwendungen PE verwenden

6 typische Fehlanwendungsfälle

Fall 1: PE als Außenschicht – unzureichende Steifigkeit

Ein Kunde wollte transparente Soßen-Außenbeutel und wählte einschichtige PE-Beutel. Die Beutel wurden schlaff wie Tragetaschen und hatten nicht die für Lebensmittelbeutel typische Steifigkeit. Nach Umstellung auf eine BOPP/PE-Kaschierung (BOPP außen, PE innen) war die Steifigkeit sofort gegeben.

Fall 2: CPP als Innenschicht – Beutelrisse im Tiefkühlzustand

Bei Tiefkühl-Gyozabeuteln wählte ein Kunde eine PET/CPP-Kaschierung. Nach 3 Monaten häuften sich Kundenreklamationen, da die Beutel nach dem Tiefkühlen an der Siegelnaht rissen. Nach Umstellung auf PET/PE war das Problem gelöst. CPP wird bei -18°C spröde, PE bleibt bei niedrigen Temperaturen flexibel.

Fall 3: PET als Innenschicht bei Retortenbeuteln

Ein Kunde stellte 121°C-Retortenbeutel (Dosenkost-Niveau) her und wählte eine PET/PE-Kaschierung. PE hält nur 100°C aus; nach der 121°C-Retortenbehandlung schmolz die PE-Schicht und die Beutel verformten sich unbrauchbar. Nach Umstellung auf PET/CPP war die 121°C-Retortenbehandlung problemlos möglich. CPP hält 140°C aus.

Fall 4: BOPP-Außenschicht ohne Coronabehandlung

BOPP muss vor dem Bedrucken coronabehandelt werden (Oberflächenspannung ≥ 38 dyne), sonst ist die Haftung der Druckfarbe unzureichend. Ein Kunde kaufte BOPP-Folie selbst ein und verlangte keine Coronabehandlung vom Lieferanten – die gedruckte Farbe ließ sich abreiben. Abhilfe: Eine nachträgliche Coronabehandlung durchführen oder den Folienlieferanten wechseln, der bereits coronabehandelte Folie liefert.

Fall 5: Recyceltes PE verwendet – nicht konform für Lebensmittelkontakt

Um Kosten zu sparen, wählte ein Kunde „Recycling-PE". Recycling-PE stammt aus Altkunststoffen und enthält unbekannte Additive; die Lebensmittelkontakt-Regel GB 4806.7 lässt Recyclingmaterialien für den direkten Lebensmittelkontakt nicht zu. Umstellung auf „neues lebensmittelechtes PE" – der Stückpreis liegt 30% über dem von Recyclingmaterial, ist aber konform.

Fall 6: PE bei Kosmetik-Außenbeuteln – ohne Premium-Anmutung

Eine aufstrebende Kosmetikmarke stellte Probiergrößen-Außenbeutel aus PE her. PE ist weich und transparent, fühlt sich aber nicht „kosmetiktypisch hochwertig" an. Umstellung auf eine PET/PE-Kaschierung – PET außen, PE innen – sorgte für Steifigkeit und Siegelfähigkeit. Der Stückpreis stieg um 25%, was der Kunde akzeptierte – der durch das Verpackungs-Upgrade erzielte Markenaufschlag deckte die Mehrkosten.

2 Entscheidungsmerksätze

Merksatz 1: Außenschicht nach Transparenz + Steifigkeit beurteilen, Innenschicht nach Siegelfähigkeit + Temperaturbeständigkeit

Die Außenschicht sorgt für „ansprechendes Aussehen + Steifigkeit" – BOPP/PET ist die Wahl. Die Innenschicht sorgt für „sichere Siegelfähigkeit + Temperaturbeständigkeit" – PE (Raumtemperatur) / CPP (mittlere bis hohe Temperaturen) ist die Wahl. Kaschiert ergeben sich Kombinationen wie BOPP/PE, PET/CPP, PET/PE, CPP/PE.

Merksatz 2: Tiefkühl = PE, Raumtemperatur = CPP, Retorte = CPP

Bei Tiefkühlanwendungen (unter -18°C) muss die Innenschicht aus PE oder einer Coextrusionsfolie bestehen; CPP wird bei Kälte spröde und reißt. Bei Raumtemperatur sind CPP und PE als Innenschicht geeignet. Bei Retortenanwendungen (über 100°C) muss die Innenschicht aus CPP oder PET bestehen; PE hält hohen Temperaturen nicht stand.

3 Hinweise für die Beschaffung

Hinweis 1: Werksprüfbericht anfordern

Folienlieferanten müssen Werksprüfberichte liefern: Dickentoleranz, Transparenz, Siegelfestigkeit, Oberflächenspannung, Coronawert. Bei Lieferanten mit unvollständigen Berichten ist Vorsicht geboten.

Hinweis 2: Lebensmittelkontakt erfordert lebensmittelechte Qualität

Bei Lebensmittelkontakt muss zwingend „lebensmittelechte" Folie gewählt werden; die Produktionsstätte muss über eine SC-Lizenz oder eine entsprechende Zertifizierung verfügen. Recyclingmaterial oder industrielles PE ist für Lebensmittelkontakt verboten.

Hinweis 3: Konformität von Verbundbeuteln ganzheitlich betrachten

Die Konformität eines Verbundbeutels ist ganzheitlich zu bewerten, nicht nur auf einer einzelnen Schicht. GB 4806.7 verlangt eine Migrationsprüfung am gesamten Beutel; ist auch nur eine Schicht nicht konform, ist der gesamte Beutel nicht konform. Wir empfehlen Kunden, für die Prüfung den „kompletten Fertigbeutel" einzureichen, nicht nur eine einzelne Materialschicht.

Weiterführende Artikel:

#BOPP #PET #PE #CPP #Folienauswahl #Verbundbeutel #Tiefkühlverpackung #Kochbeutel

Häufige Fragen

Kann BOPP allein für Beutel verwendet werden?

Nein. BOPP kann nicht eigenständig heißgesiegelt werden, ein einlagiger BOPP-Beutel lässt sich an der Öffnung nicht verschließen. BOPP muss mit PE oder CPP kaschiert werden und dient als Außenschicht. Übliche Kombinationen: BOPP/PE (Raumtemperatur), BOPP/CPP (mittlere bis hohe Temperatur).

Warum ist PE bei gleicher Dicke so viel weicher als BOPP?

PE hat eine nichtkristalline Struktur mit flexiblen Molekülketten und ist bei Raumtemperatur weich. BOPP ist nach der biaxialen Verstreckung stärker kristallin und weist eine hohe Steifigkeit auf. Der Unterschied in der „Weichheit/Härte" der beiden Materialien ist ein Strukturproblem, kein Dickenproblem. Bei gleicher Dicke ist die Steifigkeit von BOPP 3- bis 5-mal höher als die von PE.

Kann Recycling-PE für Lebensmittelverpackungen verwendet werden?

Nein. GB 4806.7 erlaubt keinen direkten Lebensmittelkontakt mit Recyclingmaterial. Die Herkunft von Recycling-PE ist unklar, es kann unbekannte Additive und Schadstoffe enthalten, und selbst nach Migrationsprüfungen ist die Konformität schwer sicherzustellen. Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt muss „neues lebensmittelechtes PE" verwendet werden.

Welche Folie wird für Kochbeutel (121°C) verwendet?

Die Innenschicht von Kochbeuteln muss aus CPP oder PET bestehen, PE darf nicht verwendet werden. PE ist nur bis 100°C temperaturbeständig; nach dem Kochen bei 121°C schmilzt die PE-Schicht und der Beutel verformt sich. Üblicher Aufbau von Kochbeuteln: Außenschicht PET (steif) + mittlere Schicht AL (Aluminiumfolie als Barriere) + Innenschicht CPP (hochtemperaturbeständige Heißsiegelung).

Was passiert, wenn die Coronabehandlung von BOPP unzureichend ist?

BOPP hat eine geringe Oberflächenenergie (ca. 30 dyne), die Druckfarbe haftet schlecht und lässt sich durch Reiben leicht ablösen. Nach der Coronabehandlung steigt die Oberflächenenergie auf über 38 dyne und die Farbhaftung erreicht den Standardwert. Beim Kauf von BOPP sollte vom Lieferanten ein „coronabehandeltes" Produkt verlangt werden, mit Angabe der Behandlungsrichtung (einseitig/beidseitig).

Warum kann CPP nicht als Innenschicht für Tiefkühlkostverpackungen verwendet werden?

CPP wird bei Temperaturen unter -18°C spröde, nach dem Einfrieren reißt die Beutelöffnung leicht ein. Für die Innenschicht von Tiefkühlkostverpackungen muss PE oder eine Coex-Folie verwendet werden, da PE bei niedrigen Temperaturen seine Flexibilität und Zähigkeit behält. Üblicher Aufbau von Gefrierbeuteln: Außenschicht PET (steif) + mittlere Schicht PA (kältebeständig) + Innenschicht PE (Heißsiegelung + Kältebeständigkeit).

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