Verpackungszertifizierung

Welche Zertifizierungen und Prüfungen werden für Lebensmittelverpackungen benötigt?

📅 2026-08-19 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 7Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Lebensmittelverpackungs-Compliance umfasst drei Hauptsysteme: GB 4806, EU 10/2011 und US FDA 21 CFR.

Warum Lebensmittelverpackungen separat reguliert werden

Lebensmittelverpackungen unterscheiden sich von Verpackungen für gewöhnliche Konsumgüter. Da das Verpackungsmaterial in direktem Kontakt mit dem Lebensmittel steht, können schädliche Stoffe aus dem Material in das Lebensmittel migrieren. Aus diesem Grund wird das Segment der Materialien mit Lebensmittelkontakt in allen Ländern als eigenständige Kategorie verwaltet; das Normensystem unterscheidet sich deutlich von dem für Industrieverpackungen und Verpackungen für Körperpflege- und Haushaltsprodukte.

In China werden Verpackungsdruckereien, die Lebensmittelkunden bedienen, häufig gefragt: „Haben Sie ein Prüfbericht für Lebensmittelverpackungen?“ Bei diesem Prüfbericht handelt es sich um die gemäß den nationalen Pflichtnormen ausgestellte Konformitätsbescheinigung.

Inländisches Normensystem: GB 4806-Serie

Die GB 4806-Serie ist eine nationale verbindliche Norm, die speziell Materialien mit Lebensmittelkontakt regelt. Die gängigsten sind:

GB 4806.7-2023 Kunststoffmaterialien und -erzeugnisse für den Lebensmittelkontakt. Sie deckt Kunststoffmaterialien wie PE, PP und PET ab und verlangt, dass Gesamtmigration, spezifische Migration und sensorische Indikatoren innerhalb der Grenzwerte liegen.

GB 4806.8-2022 Papier und Karton sowie Materialien und Erzeugnisse daraus für den Lebensmittelkontakt. Dies ist die am häufigsten herangezogene Norm für Papierverpackungen und enthält klare Grenzwerte für Blei, Arsen, optische Aufheller und Mikroorganismen.

GB 9685-2016 Norm für die Verwendung von Additiven in Materialien und Erzeugnissen für den Lebensmittelkontakt. Sie legt fest, welche Additive verwendet werden dürfen, welche Höchstmengen zulässig sind und welche oberen Grenzwerte für die spezifische Migration gelten.

Die Normen der GB 4806-Serie sind verbindlich, das heißt, dass Materialien mit Lebensmittelkontakt, die in Verkehr gebracht werden, die jeweiligen Bestimmungen erfüllen müssen – es handelt sich nicht um eine freiwillige Maßnahme der Unternehmen.

EU-Normensystem: EU 10/2011

Für Lebensmittelverpackungen, die in die EU exportiert werden, muss die EU-Verordnung für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff EU Nr. 10/2011 erfüllt werden. Diese Verordnung enthält eine Positivliste für Monomere, Additive und Ausgangsstoffe in Kunststoffen und legt Grenzwerte für die Gesamtmigration (OML) und die spezifische Migration (SML) fest.

Für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Papier gibt es in der EU außerdem spezifische nationale Vorschriften wie das deutsche BfR und die französische DGCCRF. In der Praxis führen Unternehmen die Exporte häufig gemäß den vom Kunden vorgegebenen Prüfungen durch.

US-amerikanisches Normensystem: FDA 21 CFR

Lebensmittelkontaktmaterialien für den US-Markt werden von der FDA reguliert; die einschlägigen Vorschriften sind in den Abschnitten 21 CFR 170–199 zusammengefasst. Für Werkstoffe wie Papier, Kunststoff, Beschichtungen, Klebstoffe und Druckfarben gibt es jeweils eigene Kapitel.

Ein FSC-zertifiziertes Papier ist nicht automatisch FDA-konform. Die FDA achtet nicht auf die Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft, sondern auf die Migrationseigenschaften des Materials beim Kontakt mit Lebensmitteln.

Häufige Prüfprojekte – Erläuterung

Gesamtmigration (OML): Gesamtmenge der unter simulierten Bedingungen aus dem Material in das Lebensmittelsimulanz migrierten nichtflüchtigen Stoffe. Der EU-Grenzwert beträgt in der Regel 10 mg/dm².

Spezifische Migration (SML): Migrationsgrenzwert für bestimmte Schadstoffe (z. B. Schwermetalle, bestimmte Monomere); jede Substanz hat ihren eigenen SML-Wert.

Sensorische Anforderungen: Nach Kontakt des Verpackungsmaterials mit Lebensmitteln dürfen kein Fremdgeruch auftreten und Farbe, Aroma sowie Geschmack des Lebensmittels nicht verändert werden. Dies ist ein vorgeschriebener Prüfpunkt gemäß GB 4806.8 und ähnlichen Normen.

Mikrobiologische Grenzwerte: Anforderungen an die Begrenzung der Gesamtkeimzahl, coliformer Keime und pathogener Bakterien bei Lebensmittelverpackungen aus Papier.

Schwermetalle und optische Aufheller: Beschränkungen für Schwermetalle wie Blei, Arsen und Cadmium sowie für optische Aufheller in Papierverpackungen.

Wie arbeiten Lieferanten und Marken zusammen

Die Konformitätsverantwortung für Lebensmittelverpackungen ist keine einseitige Angelegenheit. Die Lebensmittelmarke ist für die endgültige Lebensmittelsicherheit verantwortlich, der Verpackungslieferant für die Materialkonformität.

Üblicherweise wird wie folgt vorgegangen: Der Verpackungslieferant lässt die Materialien gemäß den vom Land oder Kunden vorgegebenen Normen prüfen und stellt einen Prüfbericht eines unabhängigen Dritten bereit; die Lebensmittelmarke legt im Beschaffungsvertrag ausdrücklich fest, dass der Lieferant die entsprechenden Berichte vorzulegen und die jeweils gültige Version aufzubewahren hat; vor der Markteinführung eines neuen Produkts wird eine Konformitätsprüfung an einer kleinen Charge durchgeführt.

Für eine Verpackungsfabrik ist die ständige Bereithaltung eines GB 4806.8-Prüfberichts für die Hauptprodukte die Grundlage. Besteht beim Kunden ein Exportbedarf, werden zusätzlich die entsprechenden internationalen Prüfungen gemäß EU 10/2011 oder FDA 21 CFR durchgeführt.

Häufige Irrtümer

Irrtum 1: Eine einmalige Prüfung sei dauerhaft gültig. Prüfberichte beziehen sich in der Regel auf eine bestimmte Charge und eine bestimmte Rezeptur. Ändern sich der Rohstofflieferant, das Druckverfahren oder die Tintenrezeptur, ist eine erneute Prüfung erforderlich.

Irrtum 2: Alle Lebensmittelverpackungen benötigten die gleiche Prüfung. Das tatsächliche Prüfprogramm hängt von der Art des Lebensmittels (flüssig, fest, Trockenfrüchte, ölhaltige Produkte), der Kontaktart (direkt/indirekt) und der Anwendungstemperatur (Raumtemperatur/Hochtemperatur-Sterilisation/Mikrowelle) ab.

Irrtum 3: Ein vorhandener Prüfbericht gewährleiste automatisch die Konformität. Ein Prüfbericht belegt lediglich die Konformität der eingereichten Probe und deckt nicht alle Produktionschargen ab. Anhaltende Konformität erfordert eine stabile Lieferkette und Prozesskontrolle.

Einkaufsempfehlungen

Für Einkäufer von Lebensmittelmarken wird empfohlen, bereits in der Anfragephase folgende Informationen eindeutig festzulegen: Zielmarkt (Inland/EU/USA), Art des Lebensmittels und Kontaktart, die konkret anzuführende Normnummer, Gültigkeitsdauer des Prüfberichts sowie die Notwendigkeit einer chargenweisen Prüfung. Je früher diese Informationen abgestimmt werden, desto besser lassen sich die späteren Prüfkosten und -zeiträume steuern.

Für Verpackungslieferanten empfiehlt es sich, eine Prüfberichtsbibliothek aufzubauen, die die Hauptprodukte abdeckt und nach Material (Whitecard, Wellpappe, Kunststoff, Verbundmaterial) sowie Lebensmitteltyp gegliedert ist, um die Effizienz in der Kundenkommunikation deutlich zu steigern.

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Häufige Fragen

Welche Prüfungen sind für Lebensmittelverpackungen in China vorgeschrieben?

Pflichtnormen der GB 4806-Reihe je nach Material. Für Papierverpackungen am häufigsten GB 4806.8-2022, für Kunststoffverpackungen GB 4806.7-2023.

Nach welcher Norm werden Lebensmittelverpackungen für die EU-Ausfuhr geprüft?

Kunststoff-Lebensmittelkontaktmaterialien nach EU Nr. 10/2011; Papier nach den vom Kunden vorgegebenen nationalen Vorschriften der Mitgliedstaaten (z. B. deutsches BfR, französisches DGCCRF).

Nach welcher Norm werden Lebensmittelverpackungen für den US-Export geprüft?

Nach FDA 21 CFR 170-199, wobei die jeweiligen Abschnitte je nach Materialart gelten. Papier, Kunststoff, Beschichtungen und Klebstoffe haben jeweils unterschiedliche Anforderungen.

Wie lange ist ein Prüfbericht gültig?

Prüfberichte beziehen sich in der Regel auf eine bestimmte Charge und Rezeptur. Bei Änderung von Rohstoffen, Verfahren oder Druckfarbenrezeptur ist eine erneute Prüfung erforderlich.

Was bedeutet der Gesamtmigrationsgrenzwert von 10 mg/dm²?

Dies ist der in EU 10/2011 festgelegte Höchstwert für die Gesamtmigration (OML) von Kunststoff-Lebensmittelkontaktmaterialien und gibt unter simulierten Bedingungen die Obergrenze der Gesamtmenge nichtflüchtiger Stoffe an, die auf das Lebensmittelsimulanz übergehen.

Muss eine Verpackungsfabrik für jeden Lebensmittelkunden eine Prüfung durchführen?

Nicht für jeden Kunden ist eine separate Prüfung erforderlich. Es kann ein allgemeiner Prüfbericht für die Hauptmaterialien erstellt und je nach Lebensmitteltyp des Kunden um differenzierte Ergänzungsprüfungen erweitert werden.

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