Verpackungszertifizierung

Welche internationalen Zertifizierungen werden für den Export von Verpackungsmaterialien benötigt?

📅 2026-08-19 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 7Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Verpackungsexport erfordert mehrere internationale Zertifizierungen wie RoHS, REACH, FSC, FDA und ISPM 15.

Compliance-Herausforderungen bei Exportverpackungen

Der Export von Verpackungsmaterialien unterscheidet sich vom Export gewöhnlicher Waren. Verpackungen werden häufig als Zubehör eines Produkts gemeinsam mit diesem ausgeführt, können aber auch als eigenständiges Verpackungsprodukt exportiert werden. Unabhängig von der jeweiligen Konstellation gelten im Bestimmungsland konkrete Vorschriften hinsichtlich Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Recyclingfähigkeit der Verpackungsmaterialien.

In der Praxis konzentrieren sich die Zertifizierungsfragen, mit denen Außenhandelsverpackungsunternehmen am häufigsten konfrontiert werden, auf drei Kategorien: Beschränkungen für Schadstoffe, Rückverfolgbarkeit der Waldherkunft sowie Sterilisation und Transport.

RoHS: Beschränkung gefährlicher Stoffe

RoHS ist die EU-Richtlinie 2011/65/EU, vollständiger Titel „Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“. Obwohl RoHS auf Elektro- und Elektronikprodukte abzielt, werden Druckfarben, Beschichtungen und Kunststoffteile in Verpackungsmaterialien, die zusammen mit Elektronikprodukten exportiert werden, häufig in den RoHS-Prüfumfang einbezogen.

Die sechs von RoHS beschränkten Stoffgruppen: Blei ≤1000 ppm, Quecksilber ≤100 ppm, Cadmium ≤100 ppm, sechswertiges Chrom ≤1000 ppm, PBB ≤1000 ppm, PBDE ≤1000 ppm. Die von Verpackungsdruckunternehmen verwendeten Druckfarben, Kunststofffolien und Verbundmaterialien müssen diese Grenzwerte einhalten.

REACH: Registrierung und Bewertung von Chemikalien

REACH ist die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 der Europäischen Union und steht vollständig für „Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe“. Chemische Stoffe in Verpackungsmaterialien, darunter Druckfarben, Klebstoffe und Kunststoffadditive, müssen gemäß der Verordnung registriert werden, wenn ihre Jahresproduktion in der Europäischen Union 1 Tonne überschreitet.

Die unmittelbarste Auswirkung auf Verpackungsunternehmen ist die SVHC-Liste (Liste besonders besorgniserregender Stoffe). Enthält ein Verpackungsmaterial einen SVHC-Stoff in einer Konzentration von mehr als 0,1 %, muss dies gemäß den REACH-Anforderungen den Kunden und nachgeschalteten Anwendern gemeldet werden. Diese Vorschrift gilt für alle Verpackungsprodukte, die in die Europäische Union exportiert werden, und ist nicht auf die Elektronikindustrie beschränkt.

CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung ist eine verbindliche Konformitätskennzeichnung der Europäischen Union für bestimmte Produkte und zeigt an, dass das Produkt die grundlegenden Anforderungen der einschlägigen EU-Richtlinien erfüllt. Für Verpackungen selbst ist die CE-Kennzeichnung in der Regel nicht vorgeschrieben. Wird jedoch ein Produkt mit Verpackung verkauft (z. B. Spielzeug, Kinderartikel) und ist für das Gesamtprodukt eine CE-Kennzeichnung erforderlich, so wird auch die Sicherheit der Verpackungsmaterialien in die Bewertung einbezogen.

Für reine Verpackungsdruckereien ist die CE-Kennzeichnung eher eine Anforderung auf vertraglicher Ebene mit dem Kunden als eine gesetzliche Vorschrift.

FSC: Rückverfolgbarkeit der Waldherkunft

Wenn in Exportverpackungen Papier oder Holzmaterialien verwendet werden, ist die FSC-Zertifizierung eine häufige Anforderung von europäischen und amerikanischen Kunden. Eine ausführliche Erläuterung finden Sie im Fachartikel zur FSC-Zertifizierung. Einfach ausgedrückt: Ohne FSC ist der Export nicht zwangsläufig unmöglich, aber mit FSC lassen sich das Kundenvertrauen und der Wettbewerbsvorteil bei Ausschreibungen deutlich steigern.

ISPM 15: Quarantänevorschriften für Holzverpackungen

ISPM 15 ist ein internationaler Standard für Holzverpackungen, herausgegeben von der Internationalen Pflanzenschutzorganisation, mit dem vollständigen Titel „Richtlinien für die Behandlung von Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel“.

Anforderungen des Standards: Holzverpackungen (z. B. Holzkisten, Paletten, Holzunterlagen) müssen einer Hitzebehandlung oder einer Begasung mit Methylbromid unterzogen werden und mit dem IPPC-Zeichen versehen sein. Holzwerkstoffe (z. B. Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten) sowie Holzverpackungen, die durch Verarbeitung die natürlichen Eigenschaften des Holzes verloren haben (z. B. Holzboxen, Holzgeschenkboxen), sind davon befreit.

Chinesische Unternehmen, die Holzverpackungen für den Export verwenden, müssen bei den Zollbehörden die Berechtigung zur Nutzung des IPPC-Zeichens beantragen. Das Zeichen enthält den Ländercode, den Code des Herstellerbetriebs sowie den Code für die Behandlungsart.

FDA: Konformität bei Lebensmittelkontakt

Für Lebensmittelverpackungen, die in die USA exportiert werden, ist die Einhaltung der FDA 21 CFR 170-199 erforderlich. Die FDA legt je nach Materialklassifizierung Listen zulässiger Stoffe, Einschränkungen und Prüfanforderungen fest. Für Papier, Kunststoff, Beschichtungen und Metall gelten jeweils entsprechende Bestimmungen.

Von Verpackungsdruckereien wird häufig eine FDA-Konformitätserklärung (FDA Letter of Compliance) oder ein Prüfbericht eines unabhängigen Dritten verlangt.

Weitere wichtige Zielmärkte

Japan: Lebensmittelverpackungen unterliegen dem japanischen Lebensmittelhygienegesetz, das für Materialien eine Positivlistenanwendung vorsieht.

Südostasien: Die meisten Länder (z. B. Thailand, Malaysia) orientieren sich an europäischen und amerikanischen Standards, wobei die konkreten Grenzwerte und Prüfparameter leicht abweichen können.

Naher Osten: Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stellen lokale Zertifizierungsanforderungen wie SASO und GCC an Lebensmittelverpackungen.

Praktische Empfehlungen

Für exportierende Verpackungsunternehmen ist der erste Schritt der Aufbau einer Zertifizierungsmatrix nach Zielmarkt: Europäische Union (RoHS + REACH + lebensmittelrelevante Zertifizierungen), USA (FDA + teilweise UL), weitere Märkte (nach Kundenvorgabe).

Der zweite Schritt besteht darin, häufig durchgeführte Prüfungen in einer internen Standardberichtsbibliothek zu hinterlegen. Häufige Beispiele wie RoHS-Prüfungen, REACH-SVHC-Erklärungen und FDA-Konformitätsnachweise können für unterschiedliche Materialien und Verfahren vorab als allgemeine Berichte erstellt werden, um zu vermeiden, dass bei jeder Kundenanfrage eine erneute Prüfung beauftragt werden muss.

Der dritte Schritt ist der Aufbau von Konformitätsakten für die Rohstofflieferanten. RoHS, REACH und FDA setzen bei den vorgelagerten Rohstoffen an; das nachgelagerte Verpackungsunternehmen kann lediglich die bestimmungsgemäße Verwendung sicherstellen.

Für kleine und mittelständische Verpackungsbetriebe ist es nicht erforderlich, von Anfang an alle Zertifizierungen abzudecken. Die Ausrichtung auf zwei bis drei zentrale Zertifizierungen entsprechend den Zielmärkten der wichtigsten Kunden reicht aus, um den Großteil der Anforderungen internationaler Aufträge zu erfüllen.

#Exportverpackung #RoHS #REACH #FSC #FDA

Häufige Fragen

Müssen Verpackungsprodukte eine CE-Kennzeichnung haben?

Reine Verpackungsdruckerzeugnisse benötigen in der Regel kein CE-Zeichen. Als Bestandteil eines verpackten Produkts (z. B. Spielzeug, Elektronik) können sie jedoch in die CE-Konformitätsbewertung des Gesamtprodukts einbezogen werden.

Muss Holzverpackung für den Export nach ISPM 15 behandelt werden?

Ja. Massivholzverpackungen (Paletten, Holzkisten) müssen vor dem Export gemäß ISPM 15 hitzebehandelt oder begast werden und mit dem IPPC-Zeichen gekennzeichnet sein. Verpackungen aus Holzwerkstoffen oder weiterverarbeitetem Holz sind davon befreit.

Was ist der Unterschied zwischen RoHS und REACH?

RoHS beschränkt den Gehalt von sechs Schadstoffklassen in Elektro- und Elektronikprodukten; REACH ist eine umfassendere Chemikalienverordnung, die eine Mitteilung an den Kunden verlangt, wenn der SVHC-Gehalt 0,1 % überschreitet.

Kann man ohne FSC-Zertifizierung nach Europa und in die USA exportieren?

Ja. FSC ist keine zwingende Exportanforderung, gilt aber in der Lieferantenbewertung europäischer und US-amerikanischer Kunden, insbesondere großer Markenhersteller, häufig als Bonus oder Voraussetzung.

Welcher Compliance-Punkt beim Export von Verpackungen wird am häufigsten übersehen?

Die REACH-SVHC-Mitteilung. Sie wird häufig übersehen, da die meisten Verpackungshersteller nur RoHS im Blick haben und die REACH-Mitteilungspflicht für SVHC nicht kennen.

Sind die FDA-Zertifizierung und der FDA-Prüfbericht dasselbe?

Nein. Die FDA verfügt über keine klassische Zertifizierung; eine FDA-Konformitätserklärung oder ein Prüfbericht eines Drittanbieters ist die übliche Nachweisform, wobei die spezifischen Abschnitte von 21 CFR je nach Materialtyp gelten.

Benötigen Sie eine individuelle Verpackungslösung?

Erfahren Sie mehr über Verpackungen oder holen Sie direkt eine individuelle Lösung und ein Angebot ein