Kostenrechnung für Sonderfarben: 3 reale Kostenmodelle – manuelle Farbmischung / Sonderfarbenfarbe / hauseigene Farbmischbibliothek. Welche Position bei einem vom Kunden vorgegebenen Pantone-Farbcode im Angebot gesondert ausgewiesen werden sollte
💡 💡 Auf einen Blick
Wenn Kunden einen Farbcode wie Pantone 1655C vorgeben, wird im Angebot häufig nicht der Preis der Farbe unterschätzt, sondern die Farbmischung selbst. Die Angebote »Sonderfarbe 200 RMB/Farbe« und »Sonderfarbe 380 RMB/Farbe« bezeichnen nicht dieselbe Leistung. ① Manuelle Farbmischung: Die Kosten umfassen die Arbeitszeit des Fachmanns für die Herstellung einer Sonderfarbe von Grund auf, Fehlplatten sowie Papier- und Farbverbrauch bei Mustern, die instrumentelle Messung der Farbabweichung und das Nacharbeitsrisiko. Im Angebot sollten »Arbeitszeit für die Farbmischung« und »Musterherstellung und Farbprüfung (Druckplatten und Materialien sind Verbrauchsmaterialien)« getrennt ausgewiesen werden. Kunden halten konkurrierende Angebote häufig deshalb für günstiger, weil dort die Musterkosten in den Maschinenanlaufpreis eingerechnet und bei kleinen Auflagen nicht aufgeteilt werden. Außerdem ist zu klären, ob der Farbcode zuvor gemischt wurde und ob die Farbe aus der letzten Charge wiederverwendet wird. ② Sonderfarbenfarbe: Der Einkauf erfolgt nach Kilogramm oder Gramm, die Mindestmenge beträgt 0.5-1 Kilogramm. Bei 500 Stück und einem Verbrauch von 100 Gramm entsteht fast nur Abfall. Bei hoch gesättigten Farben wie Dunkelblau oder Dunkelrot benötigt die Vierfarben-Überdruckung eine Volldruckplatte und verbraucht mehr Farbe, sodass die Sonderfarbe bereits bei den Farbkosten günstiger sein kann. Zudem sitzt die Sonderfarbe beim ersten Druck richtig und kennt keine durch Überdruckung verursachte Farbabweichung. Geprüft werden sollte in dieser Reihenfolge: Bedarf an hoher Sättigung oder besonders geringer Farbabweichung, ausreichende Auflagenmenge zur Verteilung der Mindestmenge und langfristige Wiederverwendung des Farbcodes. Im Angebot sollte außerdem ausdrücklich stehen: »Sonderfarbe wird nach ΔE ≤ X kontrolliert, visuelle Streitigkeiten zur Farbabweichung ausgeschlossen«. ③ Hauseigene Farbmischbibliothek: Diese Option ist am günstigsten, erfordert jedoch, dass der Code vorhanden ist und die Farbe innerhalb der Haltbarkeitsdauer sowie unter geeigneten Lagerbedingungen aufbewahrt wurde. In der Praxis ist uns ein Farbcode begegnet, der vorhanden war, nach einer Lagerung von über eineinhalb Jahren jedoch zu dunkel gedruckt wurde und vom Kunden nicht akzeptiert wurde. Im Angebot sollte daher stehen: »Dieses Angebot basiert darauf, dass der entsprechende Farbcode in der bestehenden Farbmischbibliothek unserer Druckerei vorhanden ist. Vor Verwendung wird der Zustand der Farbe geprüft und ein Korrekturmuster erstellt«. Bei zweifelhaftem Zustand ist nach manueller Farbmischung zu kalkulieren. Wenn Kunden ein günstigeres Konkurrenzangebot zur Preisdruckerei verwenden, sollte nicht der Preis gesenkt, sondern die Sonderfarbe in Arbeitszeit für die Farbmischung, Musterherstellung und Farbprüfung sowie Abrechnung der Farbe nach tatsächlichem Verbrauch aufgegliedert werden. Die vollständige Formulierung der entsprechenden Position des Wettbewerbers ist anzufordern und nicht genannte Bestandteile dürfen nicht unterstellt werden. Abschließend sollte die Zusage »Sonderfarbe wird nach ΔE ≤ 1.5 kontrolliert, vorgegebenes Farbkartensystem + physischer Vergleich mit der Farbkarte, bei Überschreitung des Bereichs kostenlos neu produziert« in das Angebot aufgenommen werden – dem Kunden ist die korrekte Farbe wichtiger als die 180 RMB Differenz.
Im Mai 2026 wandte sich ein Kunde aus der Kosmetikbranche an uns. Benötigt wurden 20000 Geschenkboxen als Umkartons, die Farbe war mit Pantone 1655C vorgegeben.
Es handelt sich um jene bekannte Orange.
Der Kunde vermerkte in seiner Anfrage eindeutig: »Pantone 1655C, Sonderfarben innerhalb von 20 Farben werden separat berechnet.«
Wir kalkulierten nach der für den Kunden akzeptablen Methode: Vierfarbdruck + eine Sonderfarbe. Im Angebot hieß die entsprechende Position »Sonderfarbenfarbe (inklusive Farbmischung) 380 RMB/Farbe, 1 Farbe«.
Der Kunde antwortete: »Eine Druckerei in meiner Umgebung bietet 200 RMB für eine Sonderfarbe an. Ihr seid doppelt so teuer.«
Darin steckt ein sehr typisches Missverständnis – die Angebotsposition »Sonderfarbe« bezeichnet bei verschiedenen Druckereien nicht dasselbe.
Die 200 RMB der anderen Druckerei können möglicherweise nur die Farbe selbst umfassen, nicht aber die Farbmischung. Es ist auch möglich, dass in deren Farbbibliothek bereits eine passende Farbe für 1655C vorhanden ist und direkt verwendet werden kann. Wir hingegen mussten ausgehend von einer Farbe, die der Kunde nicht hatte, eine Sonderfarbe herstellen.
Dieser Beitrag behandelt drei Themen: Welche Kosten bei den drei Methoden zur Herstellung einer Sonderfarbe jeweils entstehen, bei welcher Menge sich dieselbe Sonderfarbengebühr umkehrt und wie eine Druckerei ein Angebot des Wettbewerbs bei einer Preisdruckerei durchdenken sollte.
Erste Kostenkategorie: manuelle Farbmischung – die Kosten entstehen durch Arbeitszeit und Fehlversuche
Bei der manuellen Farbmischung wird eine Sonderfarbe von Grund auf gemischt. Der Ablauf lautet üblicherweise: Zuerst wird die physische Pantone-Farbkarte beziehungsweise die vom Kunden bereitgestellte实物probe betrachtet → die Grundmischung wird am Mischpult eingestellt → eine kleine Platte wird auf der Maschine gedruckt → die Farbabweichung wird verglichen → nach wiederholter Feinabstimmung liegt der Wert innerhalb des zulässigen ΔE-Bereichs.
Diese Kostenkategorie wird im Angebot meist als »Farbmischungsgebühr« ausgewiesen, wodurch jedoch vier reale Aufwände verdeckt werden.
| Aufwand | Tatsächlicher Verbrauch | Warum er leicht übersehen wird |
|---|---|---|
| Arbeitszeit des Fachmanns | Von der Farbmischung bis zum Farbvergleich vergehen in der Regel mehrere Stunden bis zu einem Tag | Viele Druckereien betrachten die Farbmischung als »Nebensache« und erfassen dafür keine separate Zeit |
| Fehldruck bei der Musterherstellung | Platten / Papier / Farbe für die Muster sind echte Kosten | Fehlplatten werden oft in den »Maschinenanlaufpreis« eingerechnet und für Einkäufer nicht sichtbar |
| Beurteilung der Farbabweichung | Instrumentelle Messwerte sind erforderlich, eine rein visuelle Beurteilung reicht nicht | Die visuelle Farbbewertung ist eine häufige Streitquelle, die Instrumentenkosten werden jedoch selten in das Angebot aufgenommen |
| Nacharbeitsrisiko | Der Kunde empfindet das Endprodukt nach Erhalt als abweichend und verlangt eine erneute Mischung | Meist wird angenommen, dies sei »in der Qualität enthalten« |
Unser gegenwärtiges Vorgehen ist die Aufteilung der Farbmischungsgebühr in zwei Angebotspositionen: Eine Position »Arbeitszeit für die Farbmischung« wird nach dem tatsächlichen Zeiteinsatz des Fachmanns berechnet; eine weitere Position »Musterherstellung und Farbprüfung« legt ausdrücklich fest, dass die Druckplatten und Materialien für den Musterdruck Verbrauchsmaterialien sind.
Der Kunde verstand zunächst nicht, warum eine Aufteilung notwendig sei. Später erklärte uns ein Kunde die Rechnung: Seine Bekannten hätten 200 RMB angeboten, weil diese Auftragsserie in derselben Farbe nacheinander gefertigt wurde. Nachdem der Fachmann die Farbe einmal gemischt hatte, wurde sie für die folgenden Aufträge wiederverwendet, wodurch sich die Farbmischungsgebühr zwangsläufig verringerte.
Diese Erklärung ist richtig. Die entscheidende Frage lautet daher nicht »Wer ist teurer«, sondern –
»Wurde dieser Farbcode bei Ihnen bereits gemischt? Ist es das erste Mal, dass er gemischt wird, oder wird die Farbe aus der vorherigen Charge wiederverwendet?«
Zweite Kostenkategorie: Sonderfarbenfarbe – bei großen Mengen teurer, spart aber Maschinenanlauf und Änderung der Druckplatten
Sonderfarbenfarbe ist eine speziell angefertigte Farbe, die nach Kilogramm oder Gramm beschafft wird. Die Mindestbestellmenge für eine Sonderfarbe liegt üblicherweise zwischen 0,5-1 Kilogramm.
Daraus ergibt sich ein unintuitives Ergebnis: Der »Farbpreis« einer Sonderfarbe ist bei großen Mengen sogar teurer als beim Vierfarbdruck, doch die eingesparten übrigen Prozessschritte können höher ausfallen.
Am Beispiel des Kundenfarbcodes 1655C:
- 2 万个礼盒外箱: Für die Sonderfarbe werden etwa 3-5 Kilogramm verbraucht. Bei den 4 Farbplatten des Vierfarbdrucks benötigt das Orange 1655C eine separate Sonderfarbe und eine zusätzliche Platte. Das ist teurer als eine Vierfarben-Überdruckung, spart aber das Problem der Passgenauigkeit – die Sonderfarbe sitzt beim ersten Druck richtig, sodass keine durch Überdruckung verursachte Farbabweichung entsteht.
- Wenn 2 万个礼盒外箱 in Dunkelblau oder Dunkelrot gedruckt werden: Für die Vierfarben-Überdruckung ist eine Volldruckplatte erforderlich, sodass der Farbverbrauch sogar höher ist als bei einer Sonderfarbe. In diesem Fall ist die Sonderfarbe bereits bei den Farbkosten günstiger.
- Bei einer Kurzserie von 500 个: Die Mindestbestellmenge beträgt 1 Kilogramm, verbraucht werden 100 Gramm. Die verbleibende Farbe muss entweder gelagert werden und ist erst bei einer späteren Verwendung derselben Farbe nutzbar, oder sie wird entsorgt. Bei dieser Auflagengröße besteht der Kostenanteil der Sonderfarbe fast ausschließlich aus Abfall.
Der tatsächliche Entscheidungsmaßstab umfasst daher drei Faktoren: Auflagenmenge, Bedarf an hoher Farbsättigung und die Frage, ob der Farbcode erneut verwendet wird.
Ein weiterer Punkt wird von Kunden häufig übersehen: Die ΔE-Toleranz für Sonderfarben ist breiter als beim Vierfarbdruck. Beim Vierfarbdruck ist die Registergenauigkeit hoch, die Farbe wird jedoch berechnet. Sonderfarbenfarbe wird direkt gemischt, sodass der Messwert des Farbmessgeräts in der Regel etwas weiter vom Zielwert abweicht. Für farbsensible Kunden, etwa bei Kosmetik oder bei besonders strengen Markenfarbvorgaben, kann eine Sonderfarbe daher sogar ein Risikofaktor sein. Gemeint ist mit »genau« häufig die strikte Einhaltung des Pantone-Standards, die Sonderfarbenfarbe leichter erreicht, Vierfarbdruck jedoch noch schwieriger.
In unseren Angeboten fügen wir eine Erläuterung hinzu: »Sonderfarbe wird nach ΔE ≤ X kontrolliert (visuelle Streitigkeiten zur Farbabweichung ausgeschlossen)«. Damit sind die Prüfkriterien eindeutig festgelegt und eine Abnahme erfolgt nicht allein aufgrund mündlicher Absprachen.
Dritte Kostenkategorie: hauseigene Farbmischbibliothek – am günstigsten, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen
Druckereien mit einem entsprechenden Geschäftsumfang halten dauerhaft einen Bestand häufig verwendeter Farbcodes bereit, insbesondere die Markenfarben großer Kunden. Wenn der vom Kunden vorgegebene Pantone-Code恰好 in dieser Bibliothek enthalten ist, sind die Kosten der Farbmischung nahezu null und es ist lediglich eine geringe Farbkorrektur erforderlich.
Dies ist die günstigste Variante, setzt jedoch zwei Voraussetzungen voraus, die geklärt werden müssen.
Erste Voraussetzung: Entspricht der Farbcode in der Bibliothek tatsächlich »derselben Pantone-Nummer«? Diese Frage klingt selbstverständlich, ist in der Praxis jedoch entscheidend – Pantone bietet physische Farbkarten in zwei Systemen, einer glänzenden und einer matten Ausführung. Dieselbe Farbnummer erscheint auf diesen beiden Kartensystemen unterschiedlich. Wenn der Kunde lediglich »Pantone 1655C« nennt, ohne das System anzugeben, kann die Druckerei je nach verwendeter Farbkarte das gewünschte Ergebnis verfehlen.
Zweite Voraussetzung: Liegt die gelagerte Farbe noch innerhalb der Haltbarkeitsdauer? Sonderfarbenfarbe besitzt nach dem Öffnen eine begrenzte Verwendungsdauer und muss unter bestimmten Bedingungen gelagert werden, insbesondere bei geeigneter Temperatur und vor Licht geschützt. Bei unsachgemäß gelagerter Farbe kann sich der Farbton verschieben. Dies ist kein theoretisches Problem – in einem uns bekannten Fall war die gewünschte Farbe zwar in der Bibliothek vorhanden, die Farbe wurde jedoch länger als eineinhalb Jahre gelagert. Der Druck erschien zu dunkel und wurde vom Kunden nicht akzeptiert.
Unser gegenwärtiges Vorgehen lautet: Im Angebot wird ausdrücklich festgehalten: »Dieses Angebot basiert darauf, dass der entsprechende Farbcode in der bestehenden Farbmischbibliothek unserer Druckerei vorhanden ist. Vor Verwendung wird der Zustand der Farbe geprüft und ein Korrekturmuster erstellt.« Ist der Farbcode nicht in der Bibliothek enthalten, kalkulieren wir nach der manuellen Farbmischung. Ist er zwar vorhanden, der Zustand jedoch zweifelhaft, kalkulieren wir ebenfalls nach der manuellen Farbmischung und fügen eine entsprechende Anmerkung hinzu.
Worauf eine Druckerei achten sollte, wenn der Kunde mit einem günstigeren Angebot anderer Druckereien argumentiert
Wenn Kunden das Angebot einer anderen Druckerei vorlegen und sagen »Sie sind doppelt so teuer«, handelt es sich um ein normales Vorgehen im Einkauf und nicht um eine unlautere Absicht. Wir bitten den Kunden in der Regel, uns die vollständige Formulierung der Sonderfarben-Position im Angebot der anderen Druckerei zu übermitteln. In den meisten Fällen liegt das Problem genau dort.
| Formulierung im Konkurrenzangebot | Enthält üblicherweise | Enthält üblicherweise nicht |
|---|---|---|
| »Sonderfarbe 200 RMB/Farbe« | Farbe oder grundlegende Arbeitszeit für die Farbmischung | Musterherstellung und Farbprüfung, Fehlplatten, instrumentelle Farbprüfung, Nacharbeit |
| »PMS-Sonderfarbe« | Mischung nach Pantone-Code | Angabe des Farbkartensystems, physischer Vergleich mit der Farbkarte |
| »Sonderfarbe nach Muster« | Mischung nach dem physischen Muster des Kunden | Verantwortung für die Farbabweichung des physischen Musters, chargenübergreifende Konsistenz |
| Keine Angabe, nur Gesamtpreis | — | Alle Einzelposten, bei Streitigkeiten kein nachvollziehbarer Vergleich |
Unser Vorgehen ist den Preis nicht zu senken, sondern die Position für die Sonderfarbe aufzuschlüsseln: Arbeitszeit für die Farbmischung, Musterherstellung und Farbprüfung sowie Abrechnung der Farbe nach tatsächlichem Verbrauch. Liegt der Gesamtpreis tatsächlich über dem Angebot des Wettbewerbs, muss nachvollziehbar sein, wo der Unterschied liegt. Für im Angebot des Wettbewerbs nicht genannte Positionen übernehmen wir keine stillen Annahmen.
Im April 2026 legte uns ein Kunde das Angebot einer anderen Druckerei über 200 RMB/Farbe vor. Nach der Aufschlüsselung stellten wir fest, dass die Gesamtkosten ähnlich hoch waren – die andere Druckerei hatte die Kosten für Musterherstellung und Farbprüfung in den Maschinenanlaufpreis eingerechnet, während der Kunde bei einer kleinen Auflage diese Kosten nicht einmalig verteilen konnte.
Der Kunde sagte wörtlich: »Dann nehme ich Ihr Angebot, aber Sie müssen die Farbabweichung garantieren.«
Diese Aussage weist auf den Kern hin: Dem Kunden sind nicht die 180 RMB Differenz wichtig, sondern die Sorge, dass das Druckergebnis nicht dem vorgegebenen Farbton entspricht. Deshalb fügen wir unseren Angeboten stets die folgende Position hinzu: »Sonderfarbe wird nach ΔE ≤ 1.5 kontrolliert (vom Kunden vorgegebenes Farbkartensystem + physischer Vergleich mit der Farbkarte); bei Überschreitung des Bereichs wird kostenlos neu produziert.«
Diese Zeile ist weit mehr wert als die 180 RMB.
Weiterführende Lektüre
- 3 Vorlagen für Verpackungsangebote von Druckereien an Markenartikelhersteller – wie eine Druckerei den Kunden dazu bringt, bei einer Anfrage nach dem Stückpreis auch 3 versteckte Positionen zu prüfen – Die Sonderfarbengebühr ist nur eine der versteckten Positionen. Die Struktur des Angebots entscheidet, ob der Kunde sie überhaupt sieht.
- Pantone vs. CMYK vs. digitales RGB: Die realen Unterschiede zwischen 3 Farbräumen am Beispiel des Orange 1655 – Warum sich dieses Orange so schwierig drucken lässt und welche Rolle der Farbraum dabei spielt.
- Pantone-Sonderfarbe vs. CMYK-Vierfarbdruck: Wann ist eine Sonderfarbe zwingend erforderlich? – 3 Entscheidungsschritte für Druckereien nach Erhalt eines Markenfarbcodes – Die vollständige Entscheidungsgrundlage für die Auswahl zwischen Sonderfarbe und Vierfarbdruck.
- Digitales Veredeln mit Pantone 1655 und ΔE-Kontrolle: 3 Praxisfälle – die tatsächliche Kostenrechnung einer Druckerei bei einem Muster nach Markenfarbcode – Probleme der Farbkontrolle bei derselben Sonderfarbe im Digitalprägungverfahren.
- Unverständliche Begriffe auf Verpackungsangeboten: Maschinenanlauf, Auflagenfreigabe und Verlustquote – wer trägt die jeweiligen Risiken – Weitere Positionen auf Verpackungsangeboten, die ebenso leicht unterschätzt werden.
Häufige Fragen
Der vom Kunden vorgegebene Pantone-Farbcode wird bei einem Wettbewerber mit 200 RMB/Farbe angeboten, meine Kalkulation beträgt 380 RMB. Wie kann ich den Kunden dafür gewinnen?
Den Preis nicht senken, sondern die Position für die Sonderfarbe aufgliedern: Arbeitszeit für die Farbmischung, Musterherstellung und Farbprüfung einschließlich Fehlplatten sowie Materialverlust und Abrechnung der Farbe nach tatsächlichem Verbrauch getrennt ausweisen. Das Problem bei den meisten Angeboten über »200 RMB« liegt in dieser einen Position – sie enthält oft nur die Farbe oder die grundlegende Arbeitszeit, nicht aber Musterherstellung, Fehlplatten, instrumentelle Farbprüfung und Nacharbeit. Bitten Sie den Kunden um die vollständige Formulierung der Sonderfarben-Position im Angebot des Wettbewerbers; in den meisten Fällen wird der Unterschied dadurch sichtbar. Wenn der Gesamtpreis nach der Aufschlüsselung weiterhin über dem des Wettbewerbers liegt, muss jeder Unterschied nachvollziehbar erläutert werden; nicht genannte Bestandteile dürfen nicht unterstellt werden. Nehmen Sie abschließend eine verbindliche Zusage zur Farbabweichung in das Angebot auf – »Sonderfarbe wird nach ΔE ≤ 1.5 kontrolliert, vorgegebenes Farbkartensystem + physischer Vergleich mit der Farbkarte, bei Überschreitung des Bereichs kostenlos neu produziert«. Dem Kunden sind oft nicht die 180 RMB Differenz wichtig, sondern die Sorge, dass das Druckergebnis nicht dem vorgegebenen Farbton entspricht. Diese Zusage ist weit mehr wert als die Preisdifferenz.
Sonderfarbenfarbe oder Vierfarbdruck – was ist günstiger, und bei welcher Menge kehrt sich die Entscheidung um?
Das hängt von drei Faktoren ab: Auflagenmenge, Bedarf an hoher Farbsättigung und der Frage, ob der Farbcode erneut verwendet wird. Sonderfarbenfarbe wird nach Kilogramm beschafft, die Mindestbestellmenge liegt üblicherweise bei 0.5-1 Kilogramm. Bei einer Kurzserie wie 500 Stück werden nur 100 Gramm verbraucht; die verbleibende Farbe ist nur bei einer späteren Verwendung derselben Farbe kein Abfall. Bei Kurzserien entsteht durch die Sonderfarbe daher fast ausschließlich ein Kostenverlust. Die Vierfarben-Überdruckung benötigt bei hoch gesättigten Farben wie Dunkelblau oder Dunkelrot eine Volldruckplatte und verbraucht dadurch mehr Farbe, sodass die Sonderfarbe bereits bei den Farbkosten günstiger sein kann. Ein weiterer häufig übersehener Punkt ist, dass die Sonderfarbe Registergenauigkeit spart – sie sitzt beim ersten Druck richtig und kennt keine durch Überdruckung verursachte Farbabweichung, während die Farbe beim Vierfarbdruck berechnet wird. Die Reihenfolge der Beurteilung lautet daher: Zuerst prüfen, ob die Farbe eine hohe Sättigung oder besonders geringe Farbabweichung erfordert; in diesem Fall ist die Sonderfarbe vorzuziehen. Anschließend prüfen, ob die Auflagenmenge ausreicht, um die Mindestmenge an Farbe zu verteilen. Zuletzt klären, ob der Farbcode langfristig wiederverwendet wird.
Der Kunde sagt lediglich »Pantone 1655C« und nennt kein Farbkartensystem. Nach welchem System sollte die Farbe gemischt werden?
Es darf keine Annahme getroffen werden; dies muss zunächst geklärt werden. Die physischen Pantone-Farbkarten umfassen ein glänzendes und ein mattes System. Dieselbe Farbnummer erscheint auf beiden Kartensystemen unterschiedlich. Der Kunde hat wahrscheinlich entweder eine Ausgabe der Farbkarte oder einen PDF-Screenshot in der Hand, und auch zwischen verschiedenen Quellen bestehen Abweichungen. Das korrekte Vorgehen der Druckerei lautet: Im Angebot vermerken, dass die Sonderfarbe anhand des vorgegebenen Farbkartensystems und durch physischen Vergleich mit der Farbkarte kontrolliert wird. Vor Produktionsbeginn sollte der Kunde die physische Farbkarte bereitstellen oder die Versionsnummer der Farbkarte bestätigen. Alternativ kann nach dem vom Kunden bereitgestellten physischen Muster gemischt werden; in diesem Fall muss die Verantwortung für die Abweichung des Musters ausdrücklich geregelt werden. Wenn beide Seiten unterschiedliche Bezugspunkte verwenden und anschließend ΔE überschritten wird, sehen beide Seiten die Ursache beim jeweils anderen – dies ist eine besonders zeitaufwendige Art von Streitigkeit.
In unserer Farbmischbibliothek ist dieser Pantone-Code恰好 vorhanden. Können wir ihn direkt verwenden, und wie niedrig können wir kalkulieren?
Die Verwendung ist möglich, vor einem niedrigen Angebot müssen jedoch zwei Punkte geprüft werden. Erstens der Zustand der Farbe: Sonderfarbenfarbe besitzt nach dem Öffnen eine begrenzte Verwendungsdauer, und falsche Lagerbedingungen wie Temperatur oder Lichteinwirkung können den Farbton verschieben. In der Praxis ist uns ein Fall begegnet, in dem der Code vorhanden war, die Farbe jedoch länger als eineinhalb Jahre gelagert wurde, zu dunkel gedruckt appeared und vom Kunden nicht akzeptiert wurde. Zweitens muss geprüft werden, ob es sich tatsächlich um »denselben Pantone-Code« handelt. Derselbe Code erscheint in unterschiedlichen Farbkartensystemen unterschiedlich, daher muss angegeben werden, nach welchem System die Farbe in der Bibliothek gemischt wurde. Unsere Regel lautet: Im Angebot schreiben wir »Dieses Angebot basiert darauf, dass der entsprechende Farbcode in der bestehenden Farbmischbibliothek unserer Druckerei vorhanden ist. Vor Verwendung wird der Zustand der Farbe geprüft und ein Korrekturmuster erstellt«. Ist der Zustand der Farbe zweifelhaft, kalkulieren wir nach der manuellen Farbmischung und fügen eine Anmerkung hinzu. Der Kostenvorteil der Wiederverwendung aus der Farbmischbibliothek ist real; in der Regel berechnen wir nur die Korrektur und das Muster. Die eingesparten Kosten sollten jedoch nicht zulasten des Kunden gehen, indem er das Risiko einer Farbveränderung übernimmt.
Der Kunde wünscht eine Sonderfarbe, sagt aber, die Farbe sei »gut genug«. Können wir dann Vierfarbdruck verwenden und diese Kostenposition sparen?
Ohne weitere Klärung sollte nicht automatisch Vierfarbdruck verwendet werden. Zunächst muss feststehen, was mit »gut genug« gemeint ist. Akzeptiert der Kunde lediglich eine ähnliche Farbtönrichtung, ohne Abgleich mit der physischen Pantone-Farbkarte, ist Vierfarbdruck tatsächlich günstiger. Das Problem besteht darin, dass der Kunde bei »gut genug« im Kopf gewöhnlich die Pantone-Farbkarte als Referenz hat, deren Farbe der Vierfarbdruck nicht reproduzieren kann. Wird nun im Vierfarbdruck geliefert, wird der Kunde bei der Musterfreigabe vermutlich sagen, die Farbe sei nicht ähnlich genug. Die Nacharbeitskosten übersteigen dann deutlich die zunächst berechnete Sonderfarbengebühr. Richtig ist, dem Kunden konkrete Optionen anzubieten, statt eine Entscheidung für ihn zu treffen: Entweder eine Sonderfarbe nach Pantone-Code mit der Zusage ΔE ≤ 1.5, oder eine Vierfarben-Farbanpassung nach dem physischen Muster des Kunden, wobei die Farbabweichung anhand des Musters beurteilt wird und beide Seiten je ein bestätigtes Muster aufbewahren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zunächst im Vierfarbdruck ein Muster zu erstellen, damit der Kunde das tatsächliche Ergebnis sieht und anschließend entscheidet, ob eine Sonderfarbe erforderlich ist. Die Kosten dieser Musterherstellung sind jedoch gesondert auszuweisen und mit dem Hinweis zu versehen, dass sie bei einer späteren Umstellung auf Sonderfarbe verrechnet werden. Wenn der Kunde auf Basis sichtbarer Ergebnisse auswählt, ist dies günstiger, als ihm die Kostenentscheidung abzunehmen.
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